
Steuerreform 2027: Diese Änderungen bei der Einkommensteuer kommen – und wer draufzahlt Datum:6. September 2026 Author:Ralf Bischoff Das Bundeskabinett hat...
Kostenlose ETF-Sparpläne sind in Deutschland längst zum Standard geworden – mittlerweile werden hier jeden Monat mehrere Millionen Sparplan-Ausführungen gebucht. Und der Markt bewegt sich gerade wieder: Ab dem 1. Juli 2026 fällt EU-weit das sogenannte Payment-for-Order-Flow-Modell weg, mit dem viele Neobroker bislang einen Teil ihrer kostenlosen Angebote querfinanziert haben. Dieser Vergleich zeigt den aktuellen Stand von Juni 2026 – mit allen Konditionen, Testurteilen und den wichtigsten Unterschieden zwischen Neobrokern und klassischen Direktbanken.
Drei Entwicklungen prägen den Markt aktuell besonders:
1. Das PFOF-Verbot steht unmittelbar bevor.
Mit der MiFIR-Revision (Verordnung (EU) 2024/791) verbietet die EU ab dem 1. Juli 2026 das sogenannte Payment for Order Flow – also Zahlungen von Market-Makern an Broker dafür, dass diese Kundenorders an sie weiterleiten. Dieses Modell hat bislang einen Teil der kostenlosen Angebote bei Neobrokern mitfinanziert. Sowohl Trade Republic als auch Scalable Capital haben angekündigt, ihre Preisstruktur trotzdem beizubehalten. Möglich wird das unter anderem dadurch, dass Trade Republic seit Januar 2026 über eine eigene BaFin-Lizenz für ein eigenes Handelssystem (MTF) verfügt und damit weniger auf PFOF-Einnahmen angewiesen ist. Spürbar dürfte allenfalls eine minimale Ausweitung der Spreads sein – drastische Preiserhöhungen erwarten Marktbeobachter wegen des hohen Wettbewerbsdrucks unter den Neobrokern nicht.
2. Auch klassische Banken ziehen nach.
Die Consorsbank berechnet seit Oktober 2025 keine Kaufgebühr mehr für ETF-Sparpläne – ein deutliches Signal, dass sich auch traditionelle Direktbanken dem Preisdruck der Neobroker nicht mehr entziehen können.
3. Die Auswahl wächst weiter.
Manche Broker bieten inzwischen mehr als 2.700 sparplanfähige ETFs an. Mit Traders Place ist außerdem ein vergleichsweise junger Neobroker aus Freilassing in Bayern auf dem Markt, der sich mit besonders niedrigen Kosten positioniert.
| Anbieter | Sparplankosten | ETF-Auswahl | Mindestsparrate | Depotgebühr | Zins auf Cash | Testurteil (justETF) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Scalable Capital* | 0 € | über 2.700 | 1 € | 0 € (Free) / 4,99 €/Monat (Prime+) | 2,50 % p.a.* | Hervorragend |
| Trade Republic* | 0 € | über 2.600 (alle ETFs) | 1 € | 0 € | 2,25 % p.a. | Sehr gut |
| finanzen.net zero* | 0 € | über 2.200 | 1 € | 0 € | k. A. | Hervorragend |
| Consorsbank* | 0 € (seit 10/2025) | groß | 10 € | 0 € mit Sparplan, sonst 3,99 €/Monat | k. A. | Hervorragend |
| Traders Place* | 0 € | rund 2.000–2.300 | 1 € | 0 € | rund 1,75 % p.a. | Sehr gut |
| Smartbroker+* | 0 € | umfangreich | 1 € | 0 € | k. A. | Sehr gut |
| ING* | 0 € | mittelgroß | 1 € | 0 € | k. A. | Sehr gut |
| comdirect* | 1,5 % (außer Aktions-ETFs: 0 €) | groß | abhängig vom ETF | 0 € (erste 3 Jahre), danach 1,95 €/Monat** | k. A. | Sehr gut |
| DKB* | 1,50 € pauschal (rund 500 Aktions-ETFs: 0 €) | über 2.000 | 25 € | 0 € (Girokonto Voraussetzung) | k. A. | Gut |
*Scalable Overnight, separates Tagesgeldkonto seit März 2026, Einlagensicherung bis 500.000 € über mehrere Partnerbanken
**vermeidbar durch laufenden Sparplan oder regelmäßige Trades
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Juni 2026. Konditionen, Aktionen und ETF-Anzahl können sich kurzfristig ändern – prüfen Sie vor Vertragsabschluss immer das aktuelle Preisverzeichnis des jeweiligen Anbieters.
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Scalable Capital* ist im aktuellen justETF-Test der Gesamtsieger mit der Bestnote „Hervorragend“. Im kostenlosen Free-Tarif zahlen Sie für ETF-Sparpläne durchgehend 0 € Ausführungsgebühr – egal ob bei den über 1.500 PRIME-Partner-ETFs (Amundi, iShares, Vanguard, Xtrackers) oder den übrigen rund 2.700 sparplanfähigen ETFs. Außerhalb von Sparplänen fällt im Free-Tarif eine Pauschale von 0,99 € pro Trade an; wer regelmäßig handelt, kann mit dem Prime+-Tarif für 4,99 € im Monat unbegrenzt viele Trades ab 250 € gebührenfrei abwickeln. Seit März 2026 bietet Scalable mit „Scalable Overnight“ außerdem ein separates Tagesgeldkonto mit 2,50 % Zinsen, dessen Guthaben über mehrere Partnerbanken auf bis zu 500.000 € abgesichert ist.
Trade Republic* bleibt bei seinem bewährten, sehr einfachen Modell: 0 € für Sparpläne, 1 € Pauschale für Einzelorders, keine Depotgebühr. Besonders praktisch: Alle über 2.600 verfügbaren ETFs sind ausnahmslos sparplanfähig – es gibt keine Einschränkung auf bestimmte Partner-ETFs. Auf nicht investiertes Guthaben zahlt Trade Republic 2,25 % Zinsen. Seit Januar 2026 verfügt der Berliner Neobroker über eine eigene Handelsplatz-Lizenz, was die Abhängigkeit von Payment for Order Flow verringert.
Traders Place* ist der jüngste relevante Neobroker im Vergleich, mit Sitz in Freilassing. Das Angebot ist mit rund 2.000 bis 2.300 sparplanfähigen ETFs etwas kleiner als bei den etablierten Anbietern, dafür sind Sparpläne und Depotführung durchgehend kostenlos, bereits ab 1 € Sparrate. Das Verrechnungskonto wird aktuell mit rund 1,75 % verzinst. Kritisch sehen Testportale bisher vor allem die noch ausbaufähige Weboberfläche und den Kundenservice.
Smartbroker+* punktet mit einem besonders umfangreichen ETF-Sparplan-Angebot und durchgehend kostenloser Ausführung. Ein Nachteil bislang: Sparraten mussten manuell überwiesen werden, da kein automatischer Lastschrifteinzug möglich war. Seit April 2026 hat der Anbieter zumindest für Einmalbeträge eine Instant-Lastschrift eingeführt.
finanzen.net zero* überzeugt im justETF-Test ebenfalls mit der Bestnote „Hervorragend“: keine Depotgebühren, 0 € Orderkosten und über 2.200 sparplanfähige ETFs.
Wer Wert auf ein vollwertiges Girokonto, persönlichen Kundenservice oder eine etablierte Hausbank-Struktur legt, findet auch bei klassischen Direktbanken inzwischen attraktive Konditionen:
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Nicht jeder „kostenlose“ Sparplan ist automatisch die günstigste Wahl. Diese Punkte sind entscheidend:
Neben den Vergleichsportalen der ETF-Anbieter selbst liefert die Stiftung Warentest mit ihrem ETF-Sparplan-Vergleich eine besonders unabhängige Einordnung. Verglichen werden dort die Konditionen von 24 Banken und Brokern – von Direktbanken über Filialbanken bis zu Neobrokern. Die Stiftung Warentest empfiehlt für die Basis eines ETF-Sparplans in erster Linie breit gestreute Welt-Aktien-ETFs, etwa auf den MSCI World, da sich damit historisch im Schnitt Renditen von rund 7 % pro Jahr erzielen ließen. Die ausführlichen, anbieterspezifischen Testergebnisse sind kostenpflichtig einsehbar.
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein journalistischer Konditionenvergleich und stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Investitionen in ETFs sind mit Kursrisiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss stets die aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter, da sich Konditionen kurzfristig ändern können.
Welcher Broker hat 2026 die meisten kostenlosen ETF-Sparpläne?
Scalable Capital und Trade Republic bieten mit jeweils über 2.600 ETFs die größte Auswahl an komplett kostenlos besparbaren ETFs unter den etablierten Neobrokern.
Ändert das PFOF-Verbot ab Juli 2026 die Sparplankosten?
Die großen Neobroker haben angekündigt, ihre Preisstruktur beizubehalten. Möglich sind allenfalls leicht steigende Spreads, aber keine grundlegenden Preiserhöhungen.
Lohnt sich ein Wechsel von einer Filialbank zu einem Neobroker?
Das hängt von Ihren Prioritäten ab: Wer maximale Kostenersparnis sucht, ist bei Neobrokern meist besser aufgehoben. Wer Wert auf persönlichen Service, ein Vollbank-Girokonto oder telefonische Beratung legt, kann auch mit Direktbanken wie ING oder der Consorsbank gut fahren – beide sind seit der jeweiligen Gebührenreform ebenfalls kostenlos im Sparplan.
Was ist die niedrigste mögliche Mindestsparrate?
Bei den meisten Neobrokern sowie bei ING liegt die Mindestsparrate bei nur 1 € pro Monat.
Sind ETF-Sparpläne bei allen genannten Anbietern flexibel kündbar?
Ja, bei nahezu allen Brokern lassen sich Sparpläne jederzeit pausieren, ändern oder löschen – in der Regel ohne zusätzliche Kosten.
Der ETF-Sparplan-Markt in Deutschland ist 2026 günstiger und größer als je zuvor: Kostenlose Sparpläne sind bei den meisten Neobrokern und einer wachsenden Zahl von Direktbanken Standard geworden. Scalable Capital und Trade Republic führen bei Auswahl und Konditionen weiterhin das Feld an, während klassische Banken wie ING und die Consorsbank mit eigenen Gebührenreformen nachgezogen haben. Mit dem EU-weiten PFOF-Verbot ab dem 1. Juli 2026 steht zwar eine spürbare regulatorische Veränderung bevor – an den grundlegend günstigen Konditionen für Sparerinnen und Sparer dürfte sich dadurch aber kaum etwas ändern.
Stand: 26. Juni 2026. Alle Gebühren- und Produktangaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die jeweils aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter.
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